Vom 23. bis 27. Juni 2014 wurde vom Deutsch-Ukrainischen Agrarpolitischen Dialog eine  Fachinformationsfahrt zum Thema „Aktuelle Herausforderungen für den ukrainischen Agrarsektor – Deutsche Erfahrungen“ nach Bayern organisiert. 

Zu den Teilnehmern gehörten hochrangige Vertreter des Ministeriums für Agrarpolitik und Ernährung der Ukraine, der Staatlichen Agrarinspektion, des Methodischen Zentrums für Aus- und Weiterbildung „Agroosvita“,  des Nationalen Verbandes der Agrarberatungsdienste, der Nationalen Universität für Lebens- und Umweltwissenschaften und des Ukrainischen Agrobusiness Clubs. Die Gruppe besuchte verschiedene staatliche Einrichtungen und landwirtschaftliche Betriebe.

Herr Konrad Schmid und Herr Martin Schüßler vom Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten informierten über die „Agrar- und Ernährungswirtschaft in Bayern – Eigentumsstrukturen, Produktion, Handel, Verbrauch“ sowie über die “Aufgaben, Strukturen und Ressourcen des Ministeriums und der nachgeordneten Einrichtungen“. Insbesondere wurde der kleinflächige, naturnahe Ansatz und die Produktion bayerischer Spezialitäten („brands“) diskutiert, den die Bayerische Seite als Schlüssel für eine nachhaltige Landwirtschaft ansieht. In den bilateralen Verhandlungen zwischen dem Ministerium für Agrarpolitik und Ernährung und dem Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten wurden verschiedene bilaterale Projekte diskutiert und teilweise konkret geplant.

Während des Treffens mit Herrn Christian Stockinger, Vizepräsident von der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft, konnten die ukrainischen Gäste die “Aktuelle Herausforderungen für die Agrar- und Ernährungswirtschaft in Bayern - Potentiale für die bilaterale Zusammenarbeit mit der Ukraine“ besprechen. Sehr interessant war die Beschreibung der bestehenden Unterstützungsmaßnahmen und der agrarpolitischen Initiativen, die zur Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung in der Landwirtschaft dienen.

Viele neue Erkenntnisse über die Vorteile von landwirtschaftlichen Kooperation und Verbänden lieferte das Treffen mit dem Bayerischen Bauernverband, der vor allem die politischen Interessen der Bauern vertritt, aber auch die Bauern berät. Über die “Ökonomische Effekte der Kooperation in der Landwirtschaft – Erfahrungen in Bayern” berichtete der Generalsekretär des BBV, Herr Hans Müller.

Bei dem Besuch in der Landmaschinenschule DEULA informierte Herr Claus Ammer, der Geschäftsführer der DEULA Bayern GmbH, die Teilnehmer der Fachinformationsfahrt über den „DEULA-Ansatz in der Aus- und Weiterbildung – wertvolle Erfahrung für die Ukraine“. Im Ergebnis des Treffens wurden Verhandlungen über eine mögliche Ausbildung von Leitern der ukrainischen Fachschulungseinrichtungen begonnen.

Sehr interessant für die Teilnehmer war die Besichtigung der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, die schon seit vielen Jahren Austauschprogramme für die ukrainischen Agrarstudenten unterstützt. Über die “Agrarökonomie und Agrarpolitik in der Hochschulausbildung – und Möglichkeiten der bilateralen Zusammenarbeit mit der Ukraine” berichtete Frau Prof. Dr. Gerschau, die auch über neue Ausbildungsprogramme, unter anderem in den naturwissenschaftlichen Fachrichtungen, informierte.

Über die Herausforderungen in Osteuropa und in der Ukraine für die ausländischen Firmen erzählte Herr Jörg Migende von der BayWa AG, einem großen Landwirtschaftsausrüster, der sich u.a. auf den Export von Neu- und Gebrauchtmaschinen spezialisiert hat. Er betonte, dass der ukrainische Markt sehr interessant für deutsche Investoren sei. Investitionen erfordern aber eine vertrauenswürdige, stabile, politische Situation und vor allem auch Rechtssicherheit.

Die Teilnehmer der Fachinformationsfahrt hatten weiterhin die Möglichkeit, sich über die spezifischen Managementansätze bayerischer Familienbetriebe zu informieren. Im Milchviehbetrieb des Landwirts Müller berichtete der Eigentümer, gemeinsam mit seiner Frau, über seinen Kapitaleinsatz und die weitere Planung in seinem Betrieb der sich, neben der Milchproduktion, auf die Erzeugung von Solarstrom konzentriert. Herr Müller betonte die Bedeutung der Kleinflächigkeit (sein Betrieb bewirtschaftet 55 ha und hat 70 Milchkühe) für die Erhaltung der sozialen Infrastruktur im ländlichen Raum als Basis für die Erhaltung der wirtschaftlichen Gesamtentwicklung.

Zusammenfassend haben die Teilnehmer der Fachinformationsfahrt viele aufschlussreiche Informationen erhalten, neue Kontakte zu deutschen Einrichtungen aufgenommen und vielversprechende Verhandlungen über Projekte in der Ukraine angebahnt.

Präsentationen:

Bayerisches Staatsministerium für Ernährung, landwirtschaft und Fosten

Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbrauchenschutz

BayWa AG

Hochschule Weinstephan-Triesdorf

Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft

Загрузка... .